Energiesammelgesetz verabschiedet – Übergangsfristen geklärt

Energiesammelgesetz verabschiedet – Übergangsfristen geklärt

Am Freitag den 30.11.2018 wurde vom Bundestag das Energiesammelgesetz (EnSaG) verabschiedet. Der Bundesrat wird nun über das Gesetz abschließend beraten. Das Gesetz unterliegt jedoch nicht der Zustimmungspflicht (laut Clearingstelle EEG).

In dem Gesetz wurden eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen zur Energiewende beschlossen. Für die Anlagenzertifizierung besonders interessant ist die Regelung der Übergangsfrist zur Anwendung der neuen TAR (insbesondere VDE-AR-N 4110 und 4120). Im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) wird eine Übergangsregelung für Erzeugungsanlagen geschaffen. Demnach sind Stromerzeugungsanlagen im Sinne der Verordnung (EU) 2016/631 („RfG“) als bestehend anzusehen, sofern sie bis zum 30. Juni 2020 in Betrieb genommen wurden und für sie vor dem 27. April 2019 entweder eine Baugenehmigung oder eine Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz erteilt wurde oder der Anschluss an das Netz begehrt wurde (wenn eine Baugenehmigung oder eine Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz nicht erforderlich ist).

Innerhalb dieser Frist können Anlagenzertifikate für Erzeugungsanlagen mit Mittelspannungsanschluss (praktisch ca. 10 bis 30 kV) also weiterhin nach FGW TR8 und BDEW MSR 2008 erstellt werden.

Diese Übergangsregelung kommt der Praxis sehr entgegen, da viele Anlagen noch nach den bisherigen technischen Anschlussbedingungen geplant wurden und nach der Verordnung (EU) 2016/631 quasi rückwirkend auf die neuen technischen Standards umgerüstet werden müssten. Außerdem liegen meist auch noch keine Einheitenzertifikate nach den neuen Regeln vor.

2018-12-02T17:38:17+00:0002.12.2018|